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Realistischer Einfluss

 

Vor ein paar Wochen schenkte mir Doc Baumann ein Buch über amerikanische Fotorealisten. Ihr wisst schon, diese Jungs, die mit Farbe und Leinwand realistsisch im Sinne von „das gibt´s doch nicht, das muss doch fotografiert sein“ gemalt haben. Die Bilder waren der stärkste Inspirationskick den ich seit langem erfahren habe…

Bevor nun jemand denkt, ich würde mich gerne mit den Fotorealisten vergleichen: Will ich auf keinen Fall nie nicht. Die hatten etwas ganz anderes im Kopp als ich, obwohl es ein paar verblüffende Denkansätze gibt, die mir gefallen haben. So vertreten einige von ihnen zum Beispiel die Position, dass es nichts mit Kunst zu tun hat, was sie malen. Sie tun es um der Motive willen und es gibt ihnen eine tiefe Befriedigung, solche Werke zu schaffen. Auch der Einsatz von Fotografie war in der „echten“ Kunstwelt höchst umstritten, denn Fotografien dienten ihnen nur als Vorlage. Einer von ihnen, Charles Bell, malte ein Spielzeug-Blechflugzeug, das in einer Badewanne schwimmt. Und dieses Ding hat´s mir angetan, daraus habe ich dann Stück für Stück meine eigene Idee entwickelt. Nur die Armatur des Wasserhahns sieht noch ein wenig nach Bell aus. Könnte man wohl als eine Art Hommage bezeichnen.

Die Entwürfe haben recht großspurig begonnen, viel Meereswasser, gigantischer Wasserhahn, und wurden dann langsam kleiner:

Doch erst als ich die Wasserlinie mit in die Gestaltung aufnahm, konnte ich die ganze Perspektivwirkung in den Entwurf bringen, der bis dahin nur als gefühlte Perspektive vorhanden war. Zur Umsetzung des Motivs lässt sich sagen, dass Boot, Wanne und Wasserhahn in cinema4D entstanden sind, während das Wasser incl. Wasserstrahl im Studio fotografiert wurden. 

Ein wenig mehr Gedanken musste ich mir zum U-Boot machen. Es gibt eine Menge verschiedener Typen und Klassen, sowohl militärisch als auch zivil genutzte. Da ich für meine Bilder aber immer so etwas wie Prototypen benötige, also quasi die Mutter aller U-Boote, die jede Landratte sofort erkennt, war ich in meiner Wahl etwas eingeschränkt: Zu verschnörkelte oder unbekannte Typen sehen eher wie Raumschiffe als wie U-Boote aus, moderne Atom-U-Boote sind von ihrer Formgebung leider sturzlangweilig. Also habe ich mich am Typ VII-Boot orientiert, das zumindest seit dem Kinofilm „das Boot“ aus den frühen 80er-Jahren vielen Leuten bekannt sein dürfte. Der Turm ist jedoch deutlich vergrößert und den ganzen Kanonenkram habe ich mal lieber weggelassen, schließlich bin ich ein friedliebender Mensch. 

Wirklich lustig und im Sinne eines stark betonten Vordergrundes war die Konstruktion des Stöpsels. Habt ihr so ein Ding mal genau betrachtet? Alpenländische Feinmechanik nix dagegen, sage ich euch! Und übrigens: Mit dem Befehl „Ebenen automatisch überblenden“ kann man eine solche Schärfentiefe auch mit mehreren Fotografien erzeugen, die man einfach zusammenrechnet. 

Falls ihr Lust habt, selbst den Einstieg in 3D zu wagen: Am 5. und 6. Februar gibt es den workshop „cinema4d für Fotografen“, veranstaltet im Atelier „Weisches Lischt“ bei Calvin Hollywood:  Klick!!

4 Kommentare

  1. Ein wirklich gelungenes Composing! Find’s immer wieder interessant zu erfahren wie du dich bei deinen Werken inspirieren lässt. Aus nem Blechflugzeug machst du kurzerhand ein Uboot und bastelst dir noch nen Wasserhahn und ne Badewanne hinzu.. einfach genial ;-)
    Ich finde das Schwierigste bei 3D-Modellen ist meist die Texturierung.. ich wüsste garnicht, wie ich die passende Textur für ein Uboot erstellen bzw. herbekommen könnte..

    Viele Grüße
    Andy Bee

  2. Das sie ne eigene Textur haben konnte ich irgendwie schon Ahnen :D. Ich find nur dieses „unterwassermatt“ sehr realistisch gelungen darum die Frage.

  3. gekauft ! …mehr muss man nicht dazu sagen, aber lass dich nicht von den Amys erwischen ;)

    wurde der Shader und die Textur die du für Stöpsel und Co verwendet hast direkt so wie auf dem Bild erscheinend erstellt?

    Oder hast du jene in Photoshop einfach mit der Wasserebene verrechnet ?

    Lieben Gruß, Daniel

    • …na beides! Natürlich haben der Stöpsel und die Kette eine eigene Textur, die habe ich aber zusätzlich mit dem Wasser multipliziert.

Kommentare sind geschlossen.